Chinesische Malerei

Die Chinesische Malerei ist ein wesentliches Teilgebiet der chinesischen und damit der asiatischen Kultur. Die Malerei besitzt wie die chinesische Geschichte einen langen Werdegang. Bereits etwa 1500 v. Chr. tauchen bereits die ersten namhaften Künstlernamen auf.

Die Malerei Chinas ist – im Gegensatz zur Malerei des europäischen Abendlandes-  vordergründig  weder primär um einen persönlichen Stil noch um Originalität bemüht. Vielmehr wird eine Schultradition fortgeführt. Viele Maler der chinesischen Malerei finden erst im hohen Alter nach langem Üben einen eigenen Stil. Dies führt zu einer gewissen Zeitlosigkeit bei den chinesischen Bildern.

Die ersten chinesischen Kunstwerke, die in Europa Aufmerksamkeit schufen, waren die chinesische Landschaftsmalerei. Diese Werke stammen aus der Zeit der Tang-Dynastie (618–907).

Die chinesische Malkunst unterscheidet sich deutlich von der europäischen Landschaftsmalerei.

Dem Maler der chinesischen Malerei ist die naturgetreue Darstellung der Landschaft unwichtig. Bei seiner Kunstrichtung soll mehr Stimmung und Atmosphäre aus der Perspektive des Betrachters kreiert werden. Dadurch werden Empfindungen geweckt.  Die exakte Nachbildung eines Objekts steht nicht im Vordergrund, sondern das Einfangen seines Wesens, seines Entwicklungsmusters, Bewegungen und Dynamik.

Chinesische Bilder werden auf Seiden- oder Papierrollen gemalt und werden ursprünglich nur zum Betrachten hervorgeholt. Die verwendeten Seiden- oder Papierrollen sind sehr empfindlich und ermöglichen keinerlei Korrekturen. Dies zwingt den Maler, sein Bild bereits in der Fantasie im Vorfeld entstehen zu lassen, bevor er es auf Papier bringen kann.

Schärfe oder Kontur wird bei der chinesischen Kunstmalerei vor allem durch den gezielten Einsatz der nassen bzw. der trockenen Maltechnik erreicht, die den bekannten daoistischen Yin-Yang-Gegensatz im Bereich der Kunst widerspiegelt. Der nasse Strich spiegelt das weibliche, weiche, diffuse Yin-Prinzip wieder, während der trockene für das männliche, harte und lichte Yang steht.

Bei den chinesischen Landschaftsbildern verzichten die Maler auf den übermäßigen Gebrauch von Farbe. Diese Bilder werden auch bei Meditationen eingesetzt. Hier werden gezielt Umrisslinien aus Tusche eingesetzt um Konturen entstehen zu lassen.

Farbe wird in den vier anderen Hauptbereichen der chinesischen Malerei stark eingesetzt: Porträts, erzählende Genrebilder, Tierbilder und Blumen- oder Pflanzenbilder. Umrisslinien werden bei diesen Bereichen oft bewusst nicht eingesetzt.

Die Motive der Tuschmalerei enthalten viel versteckte Symbolik. Der, der Sie deuten kann, sieht beispielsweise bei einem Bild von Kranichen mit einer Kiefer, welches als ein Geschenk bei der Pensionierung überreicht wird, den Wunsch für ein noch lange währendes Leben.

Die Verwendung von harmonierenden Schriftzügen auf Bildern, ist eine weitere Eigenheit der chinesischen Malerei. Erreicht wird dies durch die einheitliche Führung des Pinsels.

Dieses Malstudium verlangt in China einen langen Lernprozess und sehr viel Übung. Schüler kopieren die Bilder ihrer „Meister“. Diese sind oft selbst Kopien älterer Werke. So können Bilder über Generationen hinweg in deren jeweils eigenem Stil gemalt werden. Die Schüler eignen sich möglichst viel Theorie und Praxis an. Dadurch sind Sie in der Lage, ein ganz eigenes Original zu erschaffen.

Chinesische Tuschmalerei sollte „Qi“ (oder Chi) besitzen. Dies ist ein nicht leicht zu übersetzender Begriff. Dieser bedeutet soviel wie „Leben“, „Eigenleben“ oder „Energie“

Bei der Tuschmalerei spielen Stimmung und Charakter des Künstlers eine bedeutsame Rolle. Bei Bildinterpretationen sollte die Energie seines Schöpfers nicht übersehen sollte. Diesbezüglich sagte ein chinesischer Lehrer: „Maler aus dem Orient tragen den kulturellen Hintergrund in ihrer Seele, während ein Künstler aus dem Westen die richtige Atmosphäre erst erschaffen muss.“

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